Donnerstag, 11. Juli 2013

Kulturgeschichte der Sesamstraße: Wer’s nicht liest, bleibt dumm

Kinder und Fernsehen – kann das gut gehen? Über den Medienkonsum der Jüngsten haben Generationen von Eltern, Pädagogen und Politikern gestritten. Viktoria Urmersbach zeigt in ihrem neuen Buch „So bin ich nah, jetzt bin ich fern. Eine kleine Kulturgeschichte der Sesamstraße“, wie Ernie und Bert die deutschen Wohnzimmer eroberten – und in 40 Jahren immer wieder Gegenstand der Auseinandersetzung um die richtige Erziehung wurden. Die Autorin konnte neues Material auswerten, das spannende Einblicke in die Konflikte hinter der Mattscheibe bietet: „Anfang der 1970er Jahre hatte es die Sesamstraße nicht leicht. Vorbehalte gegen die amerikanische Hinterhof-Kulisse führten dazu, dass sie beispielsweise in Süddeutschland jahrelang nicht geschaut werden durfte.“
Das Buch bietet die erste zusammenfassende Geschichte der Kindersendung, damit aber auch eine Geschichte des Bildungsfernsehens insgesamt. Zahlreiche Zeitzeugen von den ersten Puppenspielern bis hin zur damaligen Bildungsstaatsministerin Hildegard Hamm-Brücher kommen zu Wort. Mit zahlreichen bislang unveröffentlichten Bildern. Mehr Infos hier ...

Zur Autorin: Viktoria Urmersbach M.A., geb. 1969, lebt als freie Historikerin und TV–Autorin in Hamburg. Sie studierte Geschichte, Philosophie und Literatur in Hamburg und Dublin. Als Redakteurin, Producerin und Rechercheurin betreute sie diverse Geschichtsdokumentationen für öffentlich–rechtliche Fernsehsender.

Viktoria Urmersbach
Umfang: 188 S.
Format: 11,5 x 17 cm
Ausstattung: Hardcover
Abb.: 30
ISBN: 978-3-86408-146-0

Preis: 16,90 Euro

Sonntag, 26. Mai 2013

Das Hundebuch für Berlin: "FRED & OTTO unterwegs in Berlin"

Der erste Stadtführer für Hunde "Fred & Otto unterwegs in Berlin" informiert Zwei- und Vierbeiner über alles, was man zum Leben mit Hund in Berlin braucht. Vom Hundekauf über Hunde-Politik und -Wellness bis zur Sterbebegleitung - mit diesem Stadtführer bleiben keine Fragen offen.

Seit Mitte Mai ist er auf dem Markt, der erste umfangreiche Stadtführer für Hunde und alle Hundemenschen. "Fred & Otto unterwegs in Berlin" präsentiert bunt und durchgehend bebildert die wichtigsten Themen der Stadt:
Züchter, Tierheim & Co. / Futter & Philosophie / Sitz & Platz / Gassi & Co. / Reise & Verkehr / Gesetz & Ordnung / Politik & Soziales / Versicherung & Schutz / Gesundheit & Wellness / Shopping & Lifestyle / Leben & Arbeiten / Gott & die Hundewelt / Trauer & Tod
Berichte, Reportagen, Interviews und die besten Adressen für die Hundewelt machen das Buch zum unentbehrlichen Begleiter fürs ganze Jahr. Mit attraktiven Rabattcoupons (man spart über 100 Euro bei Einkäufen), beigelegtem Hunde-Stadtplan zum Herausnehmen mit den besten Auslaufgebieten, über 200 farbige Fotos und Portraits von Berlinern und ihren Hunden vom Fotografen Adrian Lieb ergänzen das 250 Seiten starke Buch. "Fred & Otto unterwegs in Berlin" ist das Hundebuch für die Hauptstadt.
Und das Beste: Ein Teilerlös aus dem Verkauf geht an die Tiertafel Deutschland e.V.
Mehr zu FRED & OTTO, dem Hundebuch für Berlin, finden Sie hier: www.fredundotto.de

Samstag, 8. Dezember 2012

ZUR HÄLFTE IN BONN UND ZU DREIVIERTEL IN BERLIN


DAS BUCH VON NORBERT KACZMAREK BERICHTET ÜBER DIE BERLINER JAHRE RICHARD VON WEIZSÄCKERS

(www.kas.de) Wenn jemand Richard von Weizsäcker kennt, dann Norbert Kaczmarek. Seine Erlebnisse und Eindrücke als Büroleiter und einer der engsten Mitarbeiter in von Weizsäckers Zeit als Regierender Bürgermeister von Berlin hat Kaczmarek in seinem Buch „...statt immer nur herumzudenken“ gesammelt. In der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin stellte er sein Buch vor und diskutierte im Anschluss mit Zeitzeugen über von Weizsäckers Berliner Zeit.
Kaczmarek hole mit seinem klugen Rückblick auf die frühen achtziger Jahre lang vergessene Einzelheiten der damaligen Nöte und Schwierigkeiten, der Freuden und Erfolge, des geteilten Berlins, ins Gedächtnis zurück, schreibt Richard von Weizsäcker im Vorwort. „Menschen werden wieder gegenwärtig, die in unterschiedlichsten Funktionen meinen Weg gekreuzt haben,“ schreibt er. 1978 ging der damalige Bundestagsabgeordnete von Weizsäcker nach Berlin und blieb dort Oppositionsführer, bis er 1981 für vier Jahre zum Regierenden Bürgermeister gewählt wurde.
Der ehemalige Leiter des ARD-Hauptstadtstudios Jürgen Engert war zu von Weizsäckers Berliner Zeit Chefredakteur der Zeitung „Berliner Abend“ und später Chefredakteur im SFB. Das Erfolgsgeheimnis von Weizsäckers als Bürgermeister sei dessen Mischung aus einem monarchischen Prinzip und Bodenständigkeit gewesen, die von Weizsäcker - ohne sich anzubiedern - habe verbinden können. „Er sprach nicht in Worthülsen zu den Menschen, er hatte eine eigene Sprache“, sagte Engert in der Diskussionsrunde anlässlich der Buchvorstellung, zu der rund 90 Gäste in die Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung kamen. „Seine überzeugende Ausstrahlung schlug sich in politischen Resultaten nieder.“ 


Montag, 19. November 2012

"Statt immer nur herumzudenken. Richard von Weizsäcker und Berlin 1978-1984"

Diskussionsabend am 4.12.12 in der Akademie der Konrad Adenauer Stiftung

Ort: Akademie der Konrad Adenauer Stiftung
Zeit: 4.12.2012, 19 Uhr

Richard von Weizsäcker - man kennt ihn als Denker, als Staatsmann, als Redner, als jemand, der über den Dingen schwebt. Aber es gab auch den von Weizsäcker, der als Außenseiter seine Partei für sich gewann, und auf seinem Weg durch das Dickicht der Berliner Lokalpolitik nach zwei Wahlkämpfen 1981 das Amt des Regierenden Bürgermeisters errang. Über von Weizsäckers Berliner Jahre ist bislang nie publiziert worden. Norbert Kaczmarek, ehemaliger enger Mitarbeiter von Weizsäckers, analysiert in seiner Buchneuerscheinung "Statt immer nur herumzudenken. Richard von Weizsäcker und Berlin 1978-1984" dessen Berliner Jahre aus der Insiderperspektive und zeigt den späteren Bundespräsidenten auch als geschickt handelnden Machtpolitiker, der das geteilte Berlin bis 1984 führte.
Anlässlich der Buchpräsentation diskutieren Weggefährten und kritische Kommentatoren von Weizsäckers Berliner Zeit und deren Bedeutung für die CDU, die Stadt und Deutschland. Dabei war Berlinpolitik mitten im Kalten Krieg immer auch Weltpolitik.
Begrüßung: Andreas Kleine-Kraneburg (Leiter der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung)
Einführung: Brigitte Grunert (ehem. politische Redakteurin des "Tagesspiegel")
Diskussion:
Eberhard Diepgen, Regierender Bürgermeister a.D.
Jürgen Engert, ehem. Chefredakteur der Berliner Tageszeitung "Der Abend", Chefredakteur des SFB, Moderator der Sendung Kontraste, bis 2001 Leiter des ARD-Hauptstadtstudios.
Norbert Kaczmarek, Autor, ehem. Mitarbeiter von Richard von Weizsäcker, bis 2007 Leiter der Abt. Politische Koordination der Senatskanzlei in Berlin
Moderation: Brigitte Grunert (ehem. politische Redakteurin "Tagesspiegel")

Dienstag, 30. Oktober 2012

Neukölln ist überall? Das Missverständnis von Heinz Buschkowsky


Das Buch von Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky "Neukölln ist überall" wirbelt derzeit viel Staub auf in der Republik. In seinem Buch schreibt er über gescheiterte Integrationspolitik und Jugendkriminalität. Buschkowsky tingelt damit durch die Talksendungen des Landes und versteht nicht, weshalb er - seit über einer Dekade in politischer Verantwortung für seinen Bezirk - für sein Buch angegriffen wird. Wir sprachen mit Bernd Kessinger, Autor eines Neukölln-Buches, das die Geschichte des Bezirks beleuchtet und die gängigen Klischees dabei bewusst aus dem Weg räumen wollte:

Neukölln ist wieder in aller Munde. Der Bucherfolg von Bezirksbürgermeister Buschkowsky hat dazu maßgeblich beigetragen. Wann glauben Sie ist die nächste Namensumbenennung des Bezirks fällig?

1912 wurde die damals noch eigenständige Großstadt Rixdorf in Neukölln umbenannt, aus dem gleichen Grund, der auch heute wieder beklagt wird: Das schlechte Image. Damals haftete dem Ort der Ruch einer zutiefst proletarischen, heruntergekommenen Gegend an, daneben war Rixdorf für sein bierseliges Massenamüsement für die unteren Volksschichten weit über Berlin hinaus bekannt. Auch der Ruf als „rote“ Hochburg bereitete der kleinen bürgerlichen Elite Kopfschmerzen.
Natürlich löste die Namenskosmetik nicht die zugrundeliegenden sozialen Probleme. Dafür zog Rixdorf-Neukölln den Spott und die Häme der Karikaturisten des gesamten deutschen Reiches auf sich. 
Die Erfahrungen mit der Umbenennung waren insgesamt nicht sehr positiv. Ich denke also, dass uns eine Wiederholung nicht bevorsteht.

Buschkowsky beklagt ein fehlendes Heimatgefühl in Neukölln. Was kann er damit meinen?

Heimat ist ja ein schwieriger Begriff. Es stimmt natürlich, dass der rasante Zustrom vorwiegend muslimischer Migranten nach 1989 den Charakter Neuköllns schwerwiegend verändert hat. Dass da Teile der einheimischen Bevölkerung die Welt nicht mehr verstanden, finde ich durchaus nachvollziehbar. Dennoch hantiert Buschkowsky mit einem sehr altbackenen, fast schon deutschtümelnden Heimatbegriff, der völlig ausblendet, dass Neukölln für den Großteil der Zugewanderten inzwischen auch zur Heimat geworden ist. So eine eingeschränkte Sichtweise steht ihm als Bürgermeister, der ja alle Einwohnerinnen und Einwohner vertreten soll, nicht gerade gut zu Gesicht. Zudem zeigt sich in der Person Buschkowsky der gravierende Unterschied zwischen dem  größtenteils vorstädtischen Süden und dem urbanen Norden des Bezirks. Er – der geborene Südneuköllner – verkörpert ja geradezu den provinziellen Kleinbürger. Sich darüber zu beklagen, dass man in Neukölln kaum noch eine Currywurst findet, erinnert schon stark an eine volkstümliche Traditionspflege á la Bayern.

Ist Buschkowskys mediales Neukölln-Bashing eigentlich ein neues Phänomen?

Überhaupt nicht. Um 1900, dann, zur Zeit der Revolution 1918/19, aber auch danach war Rixdorf-Neukölln immer wieder Zielscheibe medialer Skandalisierungen. „Ausländer“ brauchte es dazu nie.

Was war Ihnen in Ihrem Buch denn wichtig über Neukölln zu sagen?

Ein wichtiges Anliegen war es mir, die lokale Kontinuität sozialer Ungleichheit und Ausgrenzung sichtbar zu machen. Dazu gehört natürlich auch deren Wiederhall in der Presse. In einer Zeit, in der die Ethnisierung sozialer Konflikte Konjunktur hat, kann so ein Blick in die Vergangenheit manches relativieren. Zudem hat Neukölln in seiner Geschichte einiges mehr zu bieten, was unser Interesse verdient, als unter den beiden Polen „Problemviertel“ und „Szenekiez“ Platz findet.





Mittwoch, 10. Oktober 2012

"Stoppt die Bildungskatastrophe" - Autoren des Vergangenheitsverlags gehen auf die Straße

Als vor einigen Wochen der Sammelband "Was bildet ihr uns ein? Eine Generation fordert die Bildungsrevolution" erschien, ahnte kaum jemand, dass dieser Titel innerhalb weniger Wochen ausverkauft sein würde. Der Verlag musste bald nachdrucken. Die Herausgeber, Bettina Malter und Ali Hotait, haben mit ihrem Titel einen Nerv getroffen. "Was bildet ihr uns ein?" war aber nicht nur ein Buchprojekt. Herausgeber und Autoren wollen mehr und bringen sich in die politische Debatte ein. Kommenden Samstag findet eine Demo statt, die Malter und Hotait initiiert haben.

Im Aufruf zur Demo heißt es:

"Am 13.10. ist der Internationale Tag der Katastrophenvorbeugung und den Tag wollen wir nutzen, um auf die Hürden des deutschen Bildungssystems aufmerksam zu machen. Wir brauchen dringend Veränderungen, denn derzeit werden zu viele Menschen ihrer Chancen beraubt. Daher fordern wir mehr als Reformen, wir fordern die Bildungsrevolution!

Daher laden wir euch unter dem Motto "Stoppt die Bildungskatastrophe" an dem Tag zu einer Demo auf dem Pariser Platz ein, um zu zeigen, dass wir nicht einverstanden sind, wie

Bildung derzeit in Deutschland gestaltet wird. Wir bauen dort einen kleinen Bildungs-Hürdenlauf zum Mitmachen auf. Ab 11 Uhr geht es los.

Außerdem findet ihr groß ausgedruckt den Brief, den wir an diesem Tag an alle Bundes- und Landtagsabgeordneten schicken. Ziel ist es, mit ihnen in einen Dialog zu treten, bei dem die junge Generation angehört wird und ihre Probleme und Ideen schildern kann. Um 12 Uhr werden wir diesen verlesen. Also kommt zahlreich (:

Wann? 13. Oktober von 11 bis 14 Uhr
Wo? Pariser Platz, Berlin
Twitter: Ihr könnt uns über #stoppbk12 folgen (Wasbildetihrunsein @ BildungsRevolte ist unser Account)

Wir sind junge Leute, Schüler, Auszubildende, Studierende, Promovierende, die unter der Bewegung "Was bildet ihr uns ein?" auf Hürden im Bildungssystem aufmerksam machen, Hürden, die wir meist selbst erlebt haben. Wir sind parteiübergreifend und bei Fragen erreicht ihr uns unter bildungsrevolution@gmail.com"

Näheres zur Kritik und den Forderungen auf:
http://wasbildetihrunsein.de/worum-es-geht/
 

Dienstag, 25. September 2012

Warum eine Schweizer Schauspielerin in die DDR-Provinz ans Theater ging. Verena Keller liest aus ihrem Buch "Silvester in der Milchbar" im Kreuzbergmuseum, Berlin

26.9., 19 Uhr: Kreuzberg Museum, Adalbertstr. 95A, 10999 Berlin

Der Eintritt ist frei

Als Verena Keller 1968 in Zürich ihren alten Deutschlehrer besuchte und ihm begeistert vom Aufbruch der Studenten in Berlin erzählte, wo sie als Schauspielerin an der Schaubühne engagiert war, und ihm mitteilte, dass sie einen Zweijahres-Vertrag an den Städtischen Bühnen Quedlinburg in der Geburtsstadt von Klopstock in der DDR unterschrieben habe, sagte er: Passen Sie auf, rot ist gleich braun! Sie konnte die Angst des väterlichen Freundes verstehen, war doch just drei Wochen zuvor die Sowjetarmee in Prag einmarschiert und hatte die Blüten des Prager Frühlings, die Hoffnung auf den Dritten Weg, auf einen europäisch geprägten Sozialismus, mit Gewalt zertreten. Dennoch geht die junge Schauspielerin aus der Schweiz in die DDR – und erlebt eine abenteuerliche Welt. Eine Erzählung abseits der typischen deutsch-deutschen Befindlichkeiten. Sensibel beschreibt die Schauspielerin, Tochter des bekannten Schweizer Psychologen und Non-Konformisten Franz Keller, ihre Erlebnisse in Form einer dokumentarischen Erzählung. Eine literarische Entdeckung – und Zeitreise in ein zunehmend entrücktes Land und seine ehemals bunte Theaterwelt. Mehr Infos...