Dienstag, 15. Mai 2012
Reise-Apps in die Vergangenheit
Freitag, 11. Mai 2012
Was wissen Sie über die Fußballkultur in Polen & Ukraine?
Gerade die aktuellen Debatten über Julia Timoschenko, die inhaftierte
ehemailige Regierungschefin in der Ukraine, überschatten gerade alle
Vorfreude auf die EM bei unseren östlichen Nachbarn. Dennoch: Die EM
kommt - und findet in zwei Ländern statt, die nicht unbedingt als große
Fußballnationen wahrgenommen worden sind. Gerade deshalb ist es um so
spannender zu sehen, was an Fußballgeschichte im Osten passiert ist. Die
"Eastern Allstars" machen das deutlich.
Anhand der Erfolge und Tragödien einzelner Spieler werden die historischen Anfänge, großen Siege und dramatischen Momente des Ballsports auf und neben dem Platz wieder erlebbar. Die Biographien zeigen ein Jahrhundert Fußball: Von der zwischen Polen und Ukrainern umstrittenen Geburtsstunde des Kicks bis zu den goldenen Generationen der 1970er und 1980er Jahre, von den Auswirkungen großer Umbrüche in der Politik bis zu den wirtschaftlichen Transformationen der Gegenwart.
Die Portraits erscheinen als limitierter zwölfteiliger Spielerkartensatz im Format DIN-A6. Hochwertige Materialien und Lackdruckverfahren sowie ein unikates Design im Comicstil garantieren für eine ansprechende und extravagante Produktästhetik und späteren Sammlerwert. Auf der Rückseite jeder Spielerkarte findet sich ein Steckbrief. Dem Satz liegt eine 30-seitige Bildbroschüre mit einem Überblick zur Fußballgeschichte Polens und der Ukraine bei.
Broschüre und Spielerkarten sind in einem Pappschuber verpackt, der auch als Bildrahmen und Tischtorwand verwendet werden kann.
Die Publikation wird von Stephan Felsberg und Tim Köhler vom Institut für angewandte Geschichte herausgegeben. Konzept: Stephan Felsberg. Illustrationen: Thomas Gronle.
Hier gibt's mehr Infos: http://vergangenheitsverlag.de/index.php?mainm=8&id=8&buchid=48
Anhand der Erfolge und Tragödien einzelner Spieler werden die historischen Anfänge, großen Siege und dramatischen Momente des Ballsports auf und neben dem Platz wieder erlebbar. Die Biographien zeigen ein Jahrhundert Fußball: Von der zwischen Polen und Ukrainern umstrittenen Geburtsstunde des Kicks bis zu den goldenen Generationen der 1970er und 1980er Jahre, von den Auswirkungen großer Umbrüche in der Politik bis zu den wirtschaftlichen Transformationen der Gegenwart.
Die Portraits erscheinen als limitierter zwölfteiliger Spielerkartensatz im Format DIN-A6. Hochwertige Materialien und Lackdruckverfahren sowie ein unikates Design im Comicstil garantieren für eine ansprechende und extravagante Produktästhetik und späteren Sammlerwert. Auf der Rückseite jeder Spielerkarte findet sich ein Steckbrief. Dem Satz liegt eine 30-seitige Bildbroschüre mit einem Überblick zur Fußballgeschichte Polens und der Ukraine bei.
Broschüre und Spielerkarten sind in einem Pappschuber verpackt, der auch als Bildrahmen und Tischtorwand verwendet werden kann.
Die Publikation wird von Stephan Felsberg und Tim Köhler vom Institut für angewandte Geschichte herausgegeben. Konzept: Stephan Felsberg. Illustrationen: Thomas Gronle.
Sonntag, 22. April 2012
Preiswerte Autorenvideos für mehr Absatz ab 100,00 Euro
Wir haben als Verlag die Erfahrung gemacht, dass Autorenvideos oder Video-Lesungen, die über Plattformen wie youtube gestreut werden, den Absatz und die Bekanntheit von Autor und Buch ankurbeln. Wir haben deshalb ein kleines Web-TV-Studio bei uns eingerichtet – und bieten unsere Dienstleistung jetzt auch externen Autoren an.
Unser Service: Individuelles Briefinggespräch mit Ihnen, Termin in unserem Berliner Studio/Dreh, Schnitt und Konvertierung, Auslieferung der Videodatei an Sie.
Kosten:
Variante 1: ca. 2-minütiges Autorenvideo im Studio vor Greenscreen (Einspielen beliebiger Hintergründe) = 100,00 Euro + Ust. Beispielvideo: http://www.youtube.com/ watch?v=OkPH0gHrKlM&feature=plc p&context=C4f873e1VDvjVQa1PpcF OMYsCJCMGkZF0P0jGn_YzAt8MGBwTo HVc%3D
Variante 2: ca. 10-minütige Videolesung im Studio vor Greenscreen (Einspielen beliebiger Hintergründe) = 200,00 Euro + Ust.
Darüber hinaus entwickeln wir mit Ihnen auch weitere beliebige Formate auf Anfrage. Beispielvideo: http://www.youtube.com/ watch?v=f15J8fhSNx0&feature=con text&context=C4f873e1VDvjVQa1P pcFOMYsCJCMGkZF0P0jGn_YzAt8MGB wToHVc%3D
Kontaktieren Sie uns unter: info@vergangenheitsverlag.de oder 030- 41936736
www.vergangenheitsverlag.de
Unser Service: Individuelles Briefinggespräch mit Ihnen, Termin in unserem Berliner Studio/Dreh, Schnitt und Konvertierung, Auslieferung der Videodatei an Sie.
Kosten:
Variante 1: ca. 2-minütiges Autorenvideo im Studio vor Greenscreen (Einspielen beliebiger Hintergründe) = 100,00 Euro + Ust. Beispielvideo: http://www.youtube.com/
Variante 2: ca. 10-minütige Videolesung im Studio vor Greenscreen (Einspielen beliebiger Hintergründe) = 200,00 Euro + Ust.
Darüber hinaus entwickeln wir mit Ihnen auch weitere beliebige Formate auf Anfrage. Beispielvideo: http://www.youtube.com/
Kontaktieren Sie uns unter: info@vergangenheitsverlag.de oder 030- 41936736
www.vergangenheitsverlag.de
Mittwoch, 18. April 2012
Wann ist eine Kindheit glücklich?
Die Missbrauchsfälle in den Kirchen und Schulen haben
in den letzten beiden Jahren die Diskussionen über den Umgang mit Kindern,
glückliche und „richtige“ Kindheiten angeheizt. Jutta Buchner-Fuhs,
Privatdozentin, und Burkhard Fuhs, Lehrstuhlinhaber für Pädagogik in Erfurt,
greifen das Thema neu auf und bündeln die Diskussion in ihrem neuen Buch "Glückliche Kindheit?"
Kinderleben sowie die Vorstellungen und Bilder, die mit
der Zeit des Aufwachsens verbunden sind, haben sich nicht nur in den letzten
Jahren verändert – der Wandel von Kindheit begleitet die gesamte Geschichte.
Was wir Kindheit nennen, das war stets nach Region, nach arm und reich oder
kulturellem Hintergrund verschieden. Und so verschieden Kindheiten waren und
sind, so unterschiedlich sind auch die Hoffnungen, Wünsche, die Befürchtungen
und Erfahrungen, die sich mit Kindheit verbinden. Die Erinnerungen an eine
unbeschwerte und behütete Zeit, die frei von den Verpflichtungen des
Erwachsenenlebens war, sind nicht zu trennen von den Erinnerungen an schwere
Kinderarbeit, körperliche Strafen oder auch Misshandlungen. Das vorliegende
Buch entwirft die Geschichte der Kindheit entlang der kulturellen Vielfalt und
Differenzerfahrungen, es fragt nach bürgerlichen und proletarischen Kindheiten
im 19. Jahrhundert, nach historischen und aktuellen Spielorten von Mädchen und
Jungen oder auch nach den Veränderungen kindlicher Medienwelten durch Fernsehen
und Computer. So entsteht eine Zusammenschau von sozialen, biografischen und
kulturellen Perspektiven auf die Geschichte und Aktualität von Kindheit, die
die tief greifenden Ambivalenzen, die auch heute noch mit dem Leben von Kindern
verbunden sind, vor Augen führt.
PD Dr. Jutta Buchner-Fuhs und Prof. Dr. Burkhard Fuhs haben sich seit ihrem kulturwissenschaftlichen und erziehungswissenschaftlichen Studium bei Ingeborg Weber-Kellermann, Jürgen Zinnecker und Peter Büchner intensiv mit Fragen der Geschichte der Kindheit auseinandergesetzt. Jutta Buchner-Fuhs, Privatdozentin an der Universität Hamburg und freiberufliche Bildungsberaterin, hat u. a. zum Verhältnis von Kindern und Tieren gearbeitet sowie eine erfolgreiche Ausstellung zur Kindheit
in der DDR durchgeführt. Burkhard Fuhs hat den Lehrstuhl „Lernen und Neue Medien, Schule und Kindheitsforschung“ an der Universität Erfurt inne und hat sich mit der historischen Sicht von Eltern auf Kindheit und mit dem Wandel der Medienkindheit beschäftigt. Gemeinsam hat das Ehepaar zur Geschichte der Kindheit in der Kaiserzeit und in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des 20. Jhs. geforscht.
in der DDR durchgeführt. Burkhard Fuhs hat den Lehrstuhl „Lernen und Neue Medien, Schule und Kindheitsforschung“ an der Universität Erfurt inne und hat sich mit der historischen Sicht von Eltern auf Kindheit und mit dem Wandel der Medienkindheit beschäftigt. Gemeinsam hat das Ehepaar zur Geschichte der Kindheit in der Kaiserzeit und in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des 20. Jhs. geforscht.
Auflage: 1; Umfang: 164; Format: 11,5 x 17 cm;
Ausstattung: Klappenbroschur; zahlr. Abb.; ISBN: 978-3-86408-002-9, 16,90 Euro
Freitag, 13. April 2012
Was ist creative non-fiction? Ein Interview mit der Autorin Susanne Krejsa
Frau Krejsa, Sie haben mit Ihrem Buch "Spurensuche. Der
NS-Anwalt und Judenretter Helmut Pfeiffer" ein Beispiel für eine Art von
Geschichtsdarstellung vorgelegt, die man als creative non-fiction im
angelsächsischen Raum bezeichnet. Weshalb haben Sie diese erzählerische, teils
ja auch dramatisierende Darstellungsform für Ihre Biografie gewählt?
Diese Form hat den Vorteil, Wissen zu vermitteln ohne zu
belehren. Gerade wenn LeserInnen nicht über ein ausgeprägtes Geschichtswissen
verfügen, wollen sie nicht ständig und seitenlang mit trockenen Fakten beworfen
werden. Und was ich selbst nicht mag, will ich auch meinen Lesern nicht antun.
Aber steckt in creative non-fiction nicht von vorneherein
ein großer Widerspruch? Sachthemen müssen faktenorientiert dargestellt werden,
nicht erzählerisch schön arrangiert sein...
Die Alternative dazu wäre der historische Roman. Da sind
Teile frei erfunden; als Leser weiß man aber nie, was nun erfunden ist und was
historisch gesichert. Das liegt mir persönlich nicht; als Journalistin will ich
entlang der Fakten erzählen. Aber ich will eben auch erzählen und nicht nur
berichten; dafür ist diese Darstellungsform gerade richtig.
Welche Chance sehen Sie in creative non-fiction?
Ich denke, dass LeserInnen gerne danach greifen werden,
weil es eine Form des Dialoges ist: In meinem Fall nehme ich sie auf meine
Recherchereise mit. Dadurch können sie sich selbst ein Urteil bilden; sie
können an meinen Erfolgen, an meinen Spekulationen und auch an meinen
Frustrationen teilnehmen und sich selbst ein Urteil bilden. Sie müssen nicht
‚schlucken’, was ich ihnen vorsetze, sondern sie sind mittendrin. Sie können
sich denken ‚Das hätte ich jetzt anders gemacht’ oder ‚Ich hab’s ja geahnt’.
Das ist wie bei einem Krimi. Da macht Lesen Spaß.
Gab es Inspirationen und Vorbilder? Gibt es einen Titel, der
für Sie stilbildend war?
Beim Schreiben wusste ich überhaupt noch nicht, dass es
das Genre ‚creative non-fiction’ überhaupt gibt. Es war vielmehr so, dass ich
ziemlich bald im Verlauf meiner Recherchen begonnen habe, ein Arbeitstagebuch
zu schreiben. Niederschreiben ist meine Form des Nachdenkens und
Gedanken-Ordnens. Helmut Pfeiffer hat sich gewunden wie eine Schlange, ich war
ihm nahe, habe ihn aber nicht und nicht zu fassen bekommen. Schließlich hatte
ich einen Riesenpacken Notizen vor mir. Und der war dann die Grundlage für das
Buch.
Donnerstag, 5. April 2012
Der Organisator der Gaswagenmorde oder: Wer war Walther Rauff?
Buchvorstellung in der Topographie des Terrors (Bericht von Lars Diedrich)
Wie wird man, was man wird, und wie wird man damit fertig?
Diese Frage stellte sich Heinz Schneppen, als er die Biographie von Walther
Rauff rekonstruierte. Sie leitete ihn bei der Recherche über das Leben eines
Mannes, der – als ganz „normaler Deutscher“ - maßgeblich an der Entwicklung von
mobilen „Gaswagen“ im Nationalsozialismus beteiligt war, und sich der
Verantwortung seiner Taten Zeit seines Lebens entzog, indem er nach Südamerika
floh.
Bereits zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren stellte Schneppen
in den Räumen der Stiftung Topographie des Terrors ein neues Buch vor. Diesmal
betonte der bereits 80-jährige Autor allerdings, dass es nun das letzte Mal sei.
Mit „Walther Rauff. Organisator der Gaswagenmorde. Eine Biographie“ setzt
Schneppern seine Forschungen zur Geschichte der SS und ihrer Mitglieder nach „Odessa
und das Vierte Reich“ (2007) und „Ghettokommandant in Riga. Eduard Roschmann.“
(2009) fort.
Walther Rauff wurde 1906 in Köthen in Anhalt als Sohn eines
Bankprokuristen geboren. 1924 trat er der Reichsmarine bei und brachte es dort
bis zum Kapitänsleutnant. 1937 trat er aufgrund der Scheidung von seiner Frau
aus der Wehrmacht aus. Über eine Empfehlung seines ehemaligen Marine-Kameraden
Dieter von Jagow bei Reinhard Heydrich gelangte Rauff 1938 in die SS. Dort wurde
er im Reichssicherheitshauptamt in der Abteilung Technik eingesetzt. Im Auftrag
Heydrichs entwickelte er „Gaswagen“, mit denen die SS die Nerven ihrer
Erschießungskommandos schonen wollte, und mit denen schließlich mindestens
500.00 Menschen ermordet wurden. Die Lastwagen waren so konstruiert, das die
Abgase über einen Hahn direkt in den eigens dafür konstruierten, luftdichten Aufbau
geleitet wurden. Mit diesen Wagen wurden die Opfer abgeholt und während der
Fahrt zur jeweiligen Beerdigungsstätte umgebracht. Oft fuhren die Wagen dabei
direkt durch Stadtgebiete.
Anhand von CIA-Berichten und den Aussagen ehemaliger
SS-Mitglieder rekonstruierte Heinz Schneppen Rauffs weiteren Lebensweg. Dieser
floh 1946 mit Unterstützung – man staune - der katholischen Kirche aus US-amerikanischer
Kriegsgefangenschaft in den Nahen Osten. Dort war er bereits während des
Krieges stationiert gewesen. Seine Erfahrungen und Kontakte aus dem Krieg
legten den Grundstein für seine neue Tätigkeit: Er arbeitete für den syrischen Geheimdienst,
für den Vorläufer des Mossad, den BND und den britischen Geheimdienst. Anfang
der 1950er-Jahre setzte er sich dann nach Chile ab.
1960 leitete die Staatsanwaltschaft Hannover ein
Ermittlungsverfahren gegen das ehemalige SS-Mitglied Rauff ein und erließ einen
Haftbefehl. Die Bundesrepublik Deutschland stellte daraufhin einen
Auslieferungsantrag an Chile. Diesem wurde aber nicht stattgeben, da die Tat
Rauffs nach chilenischem Recht bereits verjährt war. Auch spätere Versuche von Beate
Klarsfeld und Simon Wiesenthal, die chilenische Regierung zur Auslieferung Rauffs
zu bewegen, scheiterten, so dass Walther Rauff unbehelligt 1984 in Chile starb.
Doch wie ist Rauff mit seiner Vergangenheit fertig geworden?
Anscheinend sehr gut. Denn bis zu seinem Tod bereute er seine Taten nicht. Er
verwies stattdessen auf den Befehl Heydrichs und dass er keine andere
Möglichkeit gehabt habe, als diesen auszuführen. Die Bundesrepublik bezahlte
ihn bis in die 1960er-Jahre als Informant für den BND. Bei seiner Beerdigung in
Chile nahmen über 400 Menschen Teil, darunter der chilenische Ex-Botschafter
Miguel Serrano, der Walther Rauff mit Hitler-Gruß und einem „Sieg Heil“ am
Grabe verabschiedete.
Der ehemalige Diplomat Heinz Schneppen hat mit der
Biographie einen interessanten Beitrag zur Geschichte des Nationalsozialismus
geliefert. Detailliert und anhand zahlreicher Geheimdienst- und Gerichtsakten
hat er die Vergangenheit Walther Rauffs und dessen Rolle als kleines, aber
maßgebliches Rädchen im der nationalsozialistischen System aufgearbeitet.
Spannender aber noch erscheint das, was nach 1945 passierte. Rauffs Biographie
ist auch ein Lehrstück darüber, wie unbehelligt NS-Täter sogar mit Hilfe namhafter
Persönlichkeiten und Institutionen ein ganz normales Leben weiter führen
konnten. Erneut tauchen hier Fragen an den BND auf. Um so spannender wird
dessen Geschichtsaufarbeitung sein, die nunmehr sogar in Angriff genommen
worden ist: http://www.taz.de/!67919/
Dienstag, 3. April 2012
Meer Berlin - oder vom Baden in der Spree
Bei
hoffentlich bald sommerlichen Temperaturen hört sich eine nasse Abkühlung inmitten der
Innenstadt verlockend an. 1905 gab es tatsächlich noch rund 15 Flussbadeanstalten im
Stadtzentrum von Berlin – auch Spreebäder genannt. Ende des 18. Jahrhunderts waren das
eigens dafür gebaute Schiffe, auf denen Frauen und Männer in separaten Badewannen
der Körperhygiene nachgingen. In den Badeschiffen gab es
„Badewannen erster Klasse aus glasiertem Thon [...], die der zweiten Klasse
[...] von Zink, die übrigen von Holz“.
Die Badeschiffe waren nach gesellschaftlichen Schichten in
mehrere Stockwerke unterteilt und „Personen mit zweifelhaftem Ruf“ blieb der Eintritt
untersagt. Dampfbäder und ausgeklügelte Heizsysteme machten den Aufenthalt zu
einem Ort des Freizeitvergnügens.
Wegen
des hohen Bevölkerungswachstums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vergrößerte
man die Badeschiffe in ihrer Architektur derart, dass man von Badehäusern
sprach. Sie sahen wie schwimmende Häuser aus, mit Holzwänden, die den
Teil des Spreewassers umzäunten, in dem geschwommen, von Brettern gesprungen
oder geplanscht wurde. Auch unterrichtete man dort die ‚Kunst des Schwimmens’.
Ob
Badeschiff oder Badehaus, beiderlei Bademöglichkeit galt schon sehr früh als
Prestigeobjekt der Großstädte. In einem Aufruf aus dem 18. Jahrhundert für den
Bau solcher Spreebäder in Berlin heißt es: „Alle großen Städte und Residenzen
Europens sind mit einem Badehaus versehen – nur Berlin nicht [...] Berlin ist
nun groß geworden, daher braucht es auch, was zu einer großen Stadt notwendig
ist – ein Badehaus“.
Nach
über 200-jähriger Geschichte der Spreebäder sind bis 1925 in Alt-Berlin und bis
1933 alle umliegenden Flussbadeanstalten geschlossen worden – Grund
war die Verschmutzung der Gewässer durch die Industrie. Die Spree wieder sauber zu bekommen, ist u.a. auch ein Anliegen des Projekts http://www.spree2011.de. Bis die Spree aber wieder sorglos zum Baden genutzt werden kann, müssen noch einige dicke Bretter gebohrt werden. Derweil kann man zumindest per Boot in See stechen und die vielen Kanäle Berlins entdecken. Mittlerweile hat sich eine interessante "Seemanns- und Seefrau-Kultur" gebildet. Mehr dazu im Buch zum Frühjahr und Sommer in Berlin:
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