Dienstag, 3. November 2009

Bilder schreiben Geschichte


Momentaufnahmen 1989/90

Am 20-jährigen Wende-Jubiläum kommt schon seit Monaten keiner vorbei: Das Fernsehen zeigt regelmäßig spannende Dokus und tragische Filme, Zeitschriften geben ganze Sonderbeilagen zum Thema heraus, Ausstellungen zur DDR oder zur Wendezeit gibt es in ganz Deutschland.


Auch im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich mit der deutsch-deutschen Geschichte auseinander zu setzen. Eine davon ist das Internet-Archiv „ Wir waren so frei…“, eine Zusammenarbeit der deutschen Kinemathek und der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier wird jedem Profi- oder Hobby-Fotograf ermöglicht, seine persönlichen Wende-Fotos online zu stellen und somit einem breiten Publikum zu präsentieren.


Das Internet-Archiv zeigt ausschließlich Filme und Fotos privater Personen aus der Umbruchzeit 1989/90. Die Zeitzeugen erzählen die Entstehungsgeschichten zu ihren Bildern und Filmen und gewähren so persönliche Einblicke in ihr Leben. Eine spannende Möglichkeit, Geschichte greifbar zu machen.

Eine Auswahl der Bilder und Filme zeigt die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen seit dem 1. Mai und noch bis zum 9. November 2009 in Berlin.

www.wir-waren-so-frei.de

www.filmmuseum-berlin.de

Montag, 2. November 2009

Droht dem Dokumentationszentrum Prora das Aus?



In der Anlage des als "Koloss von Rügen" bekannt gewordenen ehemalige "KdF-Seebades" Rügen in Prora befindet sich das Dokumentationszentrum Prora. Prora gehört zum Ostseebad Binz und liegt an der Prorer Wiek, der schönsten Bucht der Insel Rügen. Hier wurde die etwa 4,5 km lange Anlage im Auftrag der "NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude" zwischen 1936 und 1939 gebaut und zu großen Teilen auch vollendet.
Die Anlage steht unter Denkmalschutz. Sie ist neben dem "Reichsparteitagsgelände" in Nürnberg die größte geschlossene architektonische Hinterlassenschaft der nationalsozialistischen Zeit. 20.000 Menschen sollten hier Urlaub machen. Das "KdF-Bad der Zwanzigtausend" ist nicht nur ein baugeschichtlich interessantes Beispiel für den Gebrauch der Architektur der Moderne im Nationalsozialismus, sondern auch ein sozialgeschichtlich wichtiges Zeugnis für das Bemühen des NS-Regimes, die Arbeiter, deren Parteien und Organisationen 1933 zerschlagen worden waren, zu befrieden und für die Kriegs-, Lebensraum- und Rassenpolitik zu gewinnen. Die "Nerven des Volkes" sollten für den nächsten Krieg gestärkt werden.
Trotz der Bedeutung der Anlage scheint es Probleme zu geben, das Dokumentationszentrum zu erhalten. Der "Koloss von Rügen" verfällt immer mehr, der Mietvertrag für das Dokumentationszentrum wurde kürzlich nicht mehr erneuert. In der Sendung Titel, Themen, Temperamente machte die ARD am 1.11. darauf aufmerksam. Mehr Informationen zum Dokumentationszentrum finden sich hier: http://www.dokumentationszentrum-prora.de/index.html
Wer die Träger unterstützen will, kontaktiere die angegebenen Ansprechpartner unter: http://www.dokumentationszentrum-prora.de/seiten_deutsch/kontakt.html

Sonntag, 11. Oktober 2009

Die Sprache des Geldes – Ausstellung im Museum für Kommunikation

Geld – reines Zahlungsmittel oder Symbol höchsten Glücks? Diese Frage untersucht die Ausstellung „Die Sprache des Geldes“ vom 25. September 2009 bis zum 14. Februar 2010 im Museum für Kommunikation.

Die Sprache des Geldes       ©Flickr.com/Roomic Cube

Die Sprache des Geldes

Es ist oft nichts, nur Papier. Und doch - es regiert die ganze Welt. Die Rede ist vom Geld. Neben Werten und Normen hat kaum etwas soviel Einfluss auf die gesellschaftliche Ordnung wie Geld. InChina zum Beispiel wünscht man sich an Neujahr, dem wichtigsten Feiertag des Jahres, großen Reichtum. Aber auch im Westen hat der Besitz von Geld schon immer großen Einfluss gehabt, man bedenke mal den Stellenwert von D Mark Noten in der DDR oder dem Dollar in Kuba.

In der unter Schirmherrschaft des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Herrn Jean-Claude Trichet, stehenden Ausstellung „Die Sprache des Geldes“ im Museum für Kommunikation wird nicht nur die Geschichte des knapp dreitausend Jahre alten Zahlungsmittels skizziert, sondern auch die kulturhistorische Entwicklung des Stellenwerts untersucht.

Noch bis zum 14. Februar im Museum für Kommunikation

So kann man neben dem ältesten Geldschein Chinas auch die Entwicklung des Zahlungsmittels hin vom Metallplättchen im 7. Jahrhundert v. Chr, das gegen Waren getauscht wurde, über Schuldscheine und Kerbholz bis zum elektronischen „Kartengeld“ bei einem Rundgang durch eine modellartig nachgestellte Stadt bewundern. Aber auch wirtschaftliche Zusammenhänge und Systeme, die durch Geld geregelt sind, werden verstänlich erklärt. Daneben wird die Hierarchie, die sich durch den Besitz von Geld innerhalb einer Kulturgemeinschaft bildet, untersucht und die Frage gestellt, ob und warum Geld nicht glücklich macht. Am Ende kann man sich dann noch als Andenken eine persönliche Geldnote mit dem eigenen Profil drauf drucken lassen.


Die Sprache des Geldes

25. September 2009 – 14. Februar 2010
im Museum für Kommunikation

Leipziger Straße 16, Berlin-Mitte
Eintritt: 3€ (Erwachsene)/1,50€ (ermäßigt)

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Berliner Mauer - Filmschnipsel

Die Berliner Mauer war über Jahrzehnte Symbol der Teilung Deutschlands und der östlichen und westlichen Welt. Dieses Jahr erinnert man sich an den Fall dieser Mauer vor 20 Jahren. Kann man sich noch vorstellen, wie der im DDR-Jargon genannte "sozialistische Schutzwall" die Stadt prägte? Im Buch Die Berliner Mauer. Geschichtstouren für Entdecker kann man dem Verlauf und der Geschichte der Mauer nachspüren. Im Internet finden sich bspw. auf www.youtube.de zahlreiche Filmschnipsel, die anschaulich in die Zeit des Mauerbaus 1961 und die Jahre bis '89 führen. Beispielsweise:

Dienstag, 15. September 2009

Mit Schirm, Charme und Melone


Eine kleine Kulturgeschichte des Schirms
(Berlin, 15.09.09) Wer den Schirm, ob Sonnen- oder Regenschirm, erfunden oder als Erstes hergestellt hat, ist nicht bekannt. Eine Legende erzählt die gut viertausend Jahre alte Geschichte von Lou Pan, einem chinesischen Baumeister, und seiner Frau. Sie war so besorgt um ihren Gatten, der täglich in der Hitze der Sonne arbeiten musste, dass sie ihm eine Halbkugel aus Laub flocht und diese an einem Stock hochhielt. Damit schützte sie das Haupt ihres Ehemannes: Der erste Sonnenschirm der Welt war geboren. Gern möchte man der Geschichte Glauben schenken, ob sie wahr ist, lässt sich jedoch nicht zurückverfolgen.
Ein Symbol königlicher Würde
Die Menschen der Vor- und Frühzeit kannten Schirme als Schutz vor Regen oder Sonne offensichtlich nicht. Es wurden bislang zumindest keine schirmähnlichen Überreste gefunden. Doch schon die Kaiser der alten chinesischen und orientalischen Dynastien oder auch die Ägypter der Pharaonenzeit wurden mit Schirmen oder Baldachinen in überlieferten Bildnissen dargestellt. Stets galt der Schirm dabei – von Sklaven getragen – als Zeichen königlicher Würde. Sie wurden aus kostbaren Materialien wie Brokat oder Seide hergestellt und mit Edelsteinen verziert. Das Schirmgestell bestand aus geschnitztem Holz oder auch Elfenbein. Auch im Mittelalter blieb der Schirm den Mächtigen vorbehalten. Päpste schützten sich mit ihm vor den Wettereinflüssen, und es dauerte nicht lang, bis jeder Herrscherhof seine eigenen Schirme und Baldachine in den Farben des jeweiligen Wappens besaß. Bald wechselten Aussehen und Material der Sonnenschirme je nach den gängigen Modevorstellungen.
Während für lange Zeit einzig der Sonnenschirm vor zu großer Hitzeeinwirkung schützte, trat ab dem 17. Jahrhundert erstmals der Regenschirm auf den Plan. Dies lag vermutlich am empfindlichen Material der frühen Schirme: Kostbare Stoffe und Edelsteine wollte man nicht dem Unwetter aussetzen. Der Regenschirm als praktischer Gebrauchsgegenstand erfreute sich bald immer größerer Beliebtheit, auch bei Bevölkerungsschichten jenseits der Oberen Zehntausend. Im Gegensatz zum Sonnenschirm, der vor allem ab dem Ersten Weltkrieg vermehrt als Symbol der Dekadenz bewertet wurde, setzte der Regenschirm seinen Siegeszug bis heute fort. Über 80 Millionen Stück wurden schon in den 60ern jährlich verbraucht!
Technischer Fortschritt
War der Schirm zunächst wegen seines Umfangs und Gewichtes eher schlecht zu handhaben, sorgte die technische Weiterentwicklung dafür, aus einem sperrigen, teuren Fünf-Kilo-Gebilde einen leichten, handlichen Begleiter zu machen. So erfand 1846 der französische Mechaniker Pierre Duchampe eine Stahlkonstruktion für den Schirm und ersetzt so das bis dahin übliche schwere Gestänge aus Walfischbein. 1926 wurde schließlich das Teleskopgestell von dem Bastler Hans Haupt aus Breslau erfunden: Das Ergebnis ließ er sich patentieren und nannte es Knirps – ein ausziehbarer, ineinander verschiebbarer Schirm. Er machte den sperrigen Regenschutz schließlich zum alltäglichen Begleiter im Handtaschenformat.
Wer sich für die Geschichte der Schirme interessiert, findet in Weimar ein kleines, einzigartiges Museum: Das Schirmmuseum von Annelies Pennewitz, eine der letzten hauptberuflichen Schirmmacherinnen: Rittergasse 19, 99423 Weimar.

Sonntag, 13. September 2009

30 Jahre Marzahn - Wohnen für alle!


Zu DDR-Zeiten war es "in", nach der Wende "out": Das Leben in der Platte. Zahlreiche Plattenbaugebiete wurden nach der Wende abgerissen, modernisiert, die Idee der Platte als unmenschlich niedergeschrieben - und doch können wir auf sie nicht verzichten. Die Frage, preiswerten Wohnraum für alle zu schaffen, eine soziale Vision mit Relevanz bis heute, konnte nur durch das industrielle Bauen mit Standardmodulen gelöst werden. Dabei ist die Platte übrigens keine Erfindung der DDR, auch wenn Plattenbauten im gesamtdeutschen Erinnerungsdiskurs heute oftmals mit der DDR assoziiert werden. Die soziale Idee der Plattenbauten geht bereits ins 19. Jahrhundert zurück, und auch in den westlichen Staaten wurde diese Idee vor allem in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts vielerorts ausprobiert.

Ein Plattenbaugebiet wie Berlin-Mahrzahn (ehem. Ost-Berlin) zeigt anlässlich seines 30. Geburtstages, wie man trotz aller Vorurteile eine eigene, durchaus selbstbewusste Identität entwickeln kann. Zu dem Fest, das am 12.9. begann, sprach u.a. auch Petra Pau von der Linken. Sie vertritt den Wahlkreis Mahrzahn-Hellersdorf im Bundestag - und in Wahlkampfzeiten nutzte sie das Fest, um ordentlich lokalpatriotisch aufzutreten und von unwissenden Wessis zu erzählen, die immer noch nicht ahnen, dass in Mahrzahn längst fast alle Häuser saniert und es sowieso viel grüner ist als sonstwo in Berlin. Zumindest die Kleingartendichte scheint hier tatsächlich unschlagbar zu sein...









Petra Pau auf dem Mahrzahner Fest letztes Wochenende

Solch ein Lokalpatriotismus ist interessant: Die Liebe zur Platte kann dabei nicht nur durch den Kopf gehen: geringe Mieten, guter Verkehrsanschluss etc. Was steckt genau dahinter? Vielleicht ist das eine Frage, mit der man sich genauer beschäftigen sollte....Wir vom Vergangenheitsverlag waren dieses Wochenende jedenfalls auch auf dem Fest vertreten und haben Robert Liebschers Buch "Wohnen für alle. Eine Kulturgeschichte des Plattenbaus" vorgestellt. Die Konkurrenz zur Achterbahn und Würstchenbuden war allerdings am Ende dann doch zu groß - viel verkauft haben wir nicht, aber eine ganze Reihe spannender Gespräche gehabt.












Steffi Kühnel (Vergangenheitsverlag) und Robert Liebscher (Autor von Wohnen für alle. Eine Kulturgeschichte des Plattenbaus)

Freitag, 11. September 2009

Unsere Bücher sind erschienen


Endlich ist es soweit - unsere Bücher sind da! Nach vielen Monaten des Arbeitens präsentieren wir nun unser erstes Programm. Wie wär's mit einer Kulturgeschichte der Oma von Juliane Haubold-Stolle? Oder lieber die Geschichte des Waldes von Viktoria Urmersbach? Wer Fußball mag, findet bei Florian Reiter alle notwendigen Informationen zum Mitreden über die Geschichte des Fußballs...www.vergangenheitsverlag.de